Vom Manifestieren

Wie ich meine Traumimmobilie visualisierte und bekam // Warum die Kombination aus handeln und loslassen wichtig ist //

Der Traum von der eigenen Küche

Über ein Jahr lang habe ich von einer eigenen Küche geträumt. Ein Platz an dem ich schalten und walten kann wie ich will, wo ich all meinen Kram deponieren kann, ein Büro, ein Treffpunkt zum Kaffee trinken und quatschen. Bislang war ich in einer Mietküche untergekommen und hatte ein separates Lager aus dem ich ständig Materialien (Flaschen, Kartonagen usw.) holen musste. Warenanlieferungen waren echt kompliziert. Ich bin viel durch die Gegend gefahren. Das ist für den Anfang natürlich alles super ok. Nach ca. einem Jahr wurde mir klar, wenn ich wachsen und mich weiter entwickeln möchte, brauche ich einfach was eigenes.

Im Kessel soll es sein

Zur besseren Finanzierbarkeit schwebte mir ein zusätzlicher Raum vor, den ich als Workshopraum für verschiedene Anlässe vermieten könnte. Auch die Küche selbst wollte ich anderen Start-ups zur Verfügung stellen. Ich erstellte also eine Liste mit Kriterien. Oberster und für mich nicht zu verhandelnder Punkt: Die Immobilie musste im Kessel von Stuttgart sein. Jetzt muss man als nicht Stuttgarter*in wissen, dass wir hier nicht über eine wahnsinnig große Fläche sprechen, ich kann allerdings keine Größenangaben machen - hab ich keine Ahnung… Jedenfalls sind Immobilien im Kessel rar, wie in anderen Städten eben auch.

Ich sah mich im Geiste nach einem Produktionstag mit einem Becher Kaffee in der Hand auf der Stufe zum Eingang meiner Küche sitzen. Vor einer Backsteinfassade in einem Hof oder einer 2. Reihe. Jedenfalls nicht an der Straße. Das Bild kam von ganz alleine und es ging nicht mehr weg. Ich sah es jeden Tag vor meinem geistigen Auge. Ich erzählte also allen, die es hören und nicht hören wollten von meiner Immobiliensuche. Die Reaktionen (durchgehend!): Haha Yvonne. Träum weiter. Du musst aus Stuttgart raus. Sowas findest du hier doch nicht. Guck doch mal in (you name it).


Auf die Plätze, fertig, los

Ich setzte den obligatorischen Alarm bei Immoscout und wartete. Nichts passierte. Mein Traumbezirk war der Stuttgarter Osten. Da hab ich mal gewohnt und dort gibt es noch viel Backstein, kleine Handwerksbetriebe mit Remisen und so. Ein Traum. Ich fuhr öfter hin und schlenderte durch die Straßen, ging in Hinterhöfe rein und kannte dort bald jeden Stein. Ich quatschte Ladenbesitzer an und schaltete eine Anzeige im Stadtteilblättchen. Nichts passierte. Ich rief den Vorsitzenden des örtlichen Gewerbevereins so oft an, bis er mich zum Kaffee trinken einlud. Er hatte keine Chance mir zu entkommen, hat er dann auch eingesehen. Es passierte: Nichts. Und doch blieb dieses Bild in meinem Kopf und von ganz tief drinnen kam eine Stimme die sagte: Kommt. Abwarten. Das wird. Bleib geduldig.

Ich nahm Kontakt mit einer öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft auf und sprach mit einer sehr netten Dame für die internen Gewerbeimmobilien. Ich erzählte ihr von mir und der GOLDELSE und sie sagte: "Frau Henning, ich sehe Sie in einer Werkstatt oder Remise, das würde zu Ihnen passen." Ich hab mich sofort in sie verliebt. Sie versprach sich zu melden. Nichts passierte. Ich schaltete wieder eine Anzeige. Nichts.

et voilà...

Acht Wochen nach unserem ersten Gespräch meldete sich die Maklerin wieder: "Frau Henning, ich hab heute was auf den Tisch bekommen. Es ist im Leonhardsviertel (Innenstadt, Rotlichtviertel). Ist das was für Sie? Ich weiß, äh… die Nachbarschaft ist etwas schwierig. Aber es ist ein kleines Backsteinhäuschen im Hinterhof." Von da ab kann ich mich an nichts mehr erinnern… Nein Spaß, aber mein Herzschlag setzte einen Moment aus. Ihre Bedenken wegen des Viertels wischte ich mit dem Argument, dass ich Berlinerin sei beiseite und sie sagte: "Ach so…" (btw kann man das hier auch nicht wirklich Rotlichtviertel nennen. Alles sehr übersichtlich und schwäbisch). Ich mache es kurz: Die Immobile hatte die perfekte Größe, die perfekte Lage, den perfekten Grundriss, einen super Preis und einen riesigen Keller. Nicht ganz so ideal sind die Anlieferbedingungen. Aber das war mir dann auch egal. Im Juni unterschrieb ich den Mietvertrag, im September war Einweihungsparty.

Was ist die Moral von der Geschichte? Ich bin felsenfest von der Kraft der Manifestation überzeugt. "If you can see it in your mind you can hold it in your hand" (Bob Proctor). Visualisieren, handeln und dann… warten. Und vor allem: Offen sein für Gelegenheiten und sie dann auch erkennen und zugreifen. Das ist mir nun wirklich schon so oft passiert. Meine Wohnungssuche hat mein Leben lang so funktioniert.

Die Sache ist, man muss es ganz tief drinnen auch glauben. Dann ist man ein Magnet für die Dinge, die kommen sollen. Das gelingt mir nicht immer. Bei dieser Immobilie war ich felsenfest davon überzeugt, dass es klappen wird. Bei anderen Vorhaben meldet sich leider auch immer mal wieder ein Stimmchen, das krächzt: Ach, das klappt ja doch nicht. Ich arbeite gerade intensiv daran, diese Stimme zu eliminieren und mit der Gewissheit durchs Leben zu gehen, dass alles was ich visualisieren kann auch wahr werden kann. Ich werde berichten…

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